Offene Austauschformate

Allgemeine Fragen zu SoftMaker Office NX und 2024 für Windows. Für alles andere bitte die programmspezifischen Foren benutzen.
flups
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von flups »

umsteigewillig hat geschrieben: 16.03.2026 12:41:10 Ich bin in einer Zeit mit dem ersten eigenen Computer "aufgewachsen", in der WordPerfect und die Lotus SmartSuite noch allgegenwärtig waren. Standard-Austauschformat für Dokumente war insofern RTF, und für Tabellen musste man sich vorher absprechen. Das ist noch nicht lange genug her, dass die naheliegende Antwort "ja, aber jetzt ist ODF die Zukunft!" mehr als ein müdes Lächeln hervorlocken sollte. ;)
Allerdings gibt es sowohl OpenDocument als auch auch OOXML (die "MS-Formate") schon deutlich länger, als jedes andere Office-Dateiformat vorher in Gebrauch war. Und es sieht auch nicht so aus, als ob da jetzt ein großer Konkurrent am Horizont auftaucht, der beide platt macht.

Ich bin übrigens in einer Zeit aufgewachsen, in der man noch Escape-Sequenzen in den Text einbauen musste, damit der der NLQ-Nadel-Drucker fett oder kursiv druckt.
umsteigewillig
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von umsteigewillig »

flups hat geschrieben: 16.03.2026 14:55:56 Ich bin übrigens in einer Zeit aufgewachsen, in der man noch Escape-Sequenzen in den Text einbauen musste, damit der der NLQ-Nadel-Drucker fett oder kursiv druckt.
Achjeh, ich habe erst letzte Woche einen Brief in WordStar (7.0) geschrieben, ich verstehe den Hinweis auf die Zeit nicht ... :mrgreen:
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blackbird
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von blackbird »

Man sollte sich da nichts vormachen: Die zunehmende Digitalisierung wird diese Frage überflüssig machen. Sowohl OOXML als auch ODF stammen aus einer Zeit, in der Dateien noch verschickt und Dokumente noch ausgedruckt wurden. Das machen auch heute noch viele Unternehmen so, aber die Zukunft liegt eindeutig beim Online-Office, wo nicht Dateien, sondern Links zum Online-Dokument verschickt werden, die dort gemeinsam (oder von Einzelpersonen) bearbeitet (oder auch nur eingesehen) werden können. Ausgedruckt werden die Dokumente dann natürlich auch nicht mehr.

Die entscheidende Frage ist also nicht, ob SoftMaker ODF besser unterstützen sollte, sondern ob es in der Zukunft eine plattformunabhängige und kollaborationsfähige Online-Version geben wird.
FFF
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von FFF »

blackbird hat geschrieben: 16.03.2026 18:17:59 --. sondern Links zum Online-Dokument verschickt werden, die dort gemeinsam (oder von Einzelpersonen) bearbeitet (oder auch nur eingesehen) werden können...
Das ändert aber nichts am Grundproblem: Auch das "Online-Dokument" muss in einem definierten Format vorliegen. Allenfalls könnte man das "Dokument" als Webseite auffassen, sprich, es per HTML und CSS definieren, garniert mit JS. Hier lauern dann die nächsten Drachen ;-)
Mit freundlichem Gruß
Karl
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umsteigewillig
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von umsteigewillig »

JS, so gern die Verwaltungen es auch haben, ist Teufelszeug.
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CyberJoe
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von CyberJoe »

Ich bin in einer Zeit mit dem ersten eigenen Computer "aufgewachsen", in der WordPerfect und die Lotus SmartSuite noch allgegenwärtig waren. Standard-Austauschformat für Dokumente war insofern RTF, und für Tabellen musste man sich vorher absprechen. Das ist noch nicht lange genug her, dass die naheliegende Antwort "ja, aber jetzt ist ODF die Zukunft!" mehr als ein müdes Lächeln hervorlocken sollte. ;)
Au ja, kenne ich - s. z.B. hier. \:D/
Anfang der 90er dachten wir auch, Envoy von Tumbleweed bzw. Novell (*.env) wäre das ultimative Austauschformat. Dann kam PDF und heute kennt niemand mehr Envoy.

Cheers
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flups
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von flups »

CyberJoe hat geschrieben: 17.03.2026 06:24:03 Anfang der 90er dachten wir auch, Envoy von Tumbleweed bzw. Novell (*.env) wäre das ultimative Austauschformat. Dann kam PDF und heute kennt niemand mehr Envoy.
Schon damals war Envoy außerhalb der WordPerfect-Bubble nahezu unbekannt. Und selbst da war es auf Windows und Mac beschränkt.

PDF kam übrigens VOR Envoy auf den Markt und ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Offenheit gegenüber einer proprietären Lösung durchsetzen kann.
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CyberJoe
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von CyberJoe »

PDF kam übrigens VOR Envoy auf den Markt und ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Offenheit gegenüber einer proprietären Lösung durchsetzen kann.
VOR ganz sicher nicht - bestenfalls zeitgleich. Die Ver. 1 von Envoy kam im Frühjahr 1993 auf den Markt.
Nach der Übernahme durch Novell erschien die Ver. 1.0a 1994 und von da an in der "WordPerfect-Bubble"
Aber die früheste PDF-Version war auch erst 1993.

Aber sei's drum!
Das gehört jetzt nicht wirklich hier her.
Controller 392
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von Controller 392 »

Übrigens in einer Behörde: Tausende von Karteikarten wurden eingescannt und verschlagwortet, aber im JPG-Format. Jahre später hat man für teueres Geld eine Fremdfirma beauftragt, die Massen in PDF-Dateien umzuschlüsseln und neu zuzuordnen. Einfach weil PDF der heutige Standard ist.

Nur ankommende Faxe werden immer noch im TIFF-Format gespeichert. Angeblich aus Sicherheitsgründen. Mit der Folge, dass man sie nicht elektronisch auswerten kann - nicht einmal mit Copy & Paste. :( Also auch "Steinzeit".

Aber die Behörden sind auch schon woanders eingeknickt. Sie mussten feststellen, dass sich nicht X-Rechnung, sondern ZUGFeRD als Standard für elektronische Rechnungen durchsetzt und nehmen nunmehr auch diese an (filtern sich dann aber intern den XML-Teil heraus...).

Gruß
Rainer
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von umsteigewillig »

Controller 392 hat geschrieben: 17.03.2026 13:52:52 Nur ankommende Faxe werden immer noch im TIFF-Format gespeichert. Angeblich aus Sicherheitsgründen. Mit der Folge, dass man sie nicht elektronisch auswerten kann
Was ja die Begründung bestätigt.
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Controller 392
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von Controller 392 »

Aber wir dürften uns auf jeden Fall darüber einig sein, dass ODT und ODS keine "offenen Austauschformate" sind, sondern eine Eigenentwicklung von Star, die über ihre eigenen Programme Texter und Calc hinaus kaum Verwendung findet. :-p

Wer den "Dreck" nicht benutzt (beim Anblick der Masken tun einem ja schon die Augen weh), kann auch mit den Formaten nicht viel anfangen, so dass sie im Alltagsverkehr wertlos sind. :cry:

Gruß
Rainer
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Doc_WP
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von Doc_WP »

Egal, wer es wann entwickelt hat, es ist ein offenes Format und es wird offenbar zunehmend als Austauschformat Verwendung finden:

https://www.it-administrator.de/Oeffent ... 0ODF%20um.
Controller 392
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von Controller 392 »

Trotzdem wird es genauso ein Flop wie Esperanto oder Video 2000.

Ein Dateiformat muss zur Software passen und nicht umgekehrt. Mit DOC und XLX können nicht nur MS-Office, sondern auch Libre-Office, Softmaker u.a. umgehen, ODT und ODS versteht hingegen ausschließlich Libre-Office. Und es wird garantiert nicht passieren, dass sich sämtliche deutschen Behörden und Unternehmen diesen Schrott auf den Rechner laden. Allein schon nicht, weil man sich mit einer Open-Source-Software leicht Viren einfangen kann. Und wie stellen die sich die Alternative zur Email vor? Etwa PEPPOL (auch eine Insellösung)? Nur stellt hier EML das Standardformat dar, während hier "Outlook" aus der Reihe tanzt und das eigene Dateiformat PST benutzt.

Die "Affen" werden da noch irgendwann zurückrudern müssen.

Gruß
Rainer
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von umsteigewillig »

Controller 392 hat geschrieben: 30.03.2026 15:20:28 Allein schon nicht, weil man sich mit einer Open-Source-Software leicht Viren einfangen kann.
Puh, das ist - bei aller Abneigung, die ich gegen den Linux- und LibreOffice-Schrott persönlich habe - eine mindestens gewagte These, waren doch Wordmakros lange ein beliebtes Einfallstor.
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Teamoverdrive
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Re: Offene Austauschformate

Beitrag von Teamoverdrive »

Controller 392 hat geschrieben: 30.03.2026 15:20:28 Ein Dateiformat muss zur Software passen und nicht umgekehrt. Mit DOC und XLX können nicht nur MS-Office, sondern auch Libre-Office, Softmaker u.a. umgehen, ODT und ODS versteht hingegen ausschließlich Libre-Office. Und es wird garantiert nicht passieren, dass sich sämtliche deutschen Behörden und Unternehmen diesen Schrott auf den Rechner laden. Allein schon nicht, weil man sich mit einer Open-Source-Software leicht Viren einfangen kann.
Solche Beiträge triggern mich – die Aussagen sind schlicht falsch oder verfälscht. Auch MS kann z.B. ODF lesen und schreiben. OpenSource und leicht Viren einfangen ist eine steile These, da fehlt, wenn es einen geben sollte, der Kontext.

ODF (.odt etc.) ist ein offenes Dokumentformat, entstanden Anfang der 2000er bei OASIS auf Basis von OpenOffice. Seit 2006 ist es als ISO/IEC 26300 standardisiert. ODF ist offen spezifiziert (XML-basiert, sauber dokumentiert) und bewusst so aufgebaut, dass keine Herstellerabhängigkeit entsteht.
Ja, DOCX ist ebenfalls standardisiert (ISO/IEC 29500, seit 2008). In der Praxis ist es aber weiterhin stark an die Microsoft-Office-Implementierung gekoppelt. „Standardisiert“ heißt hier eben nicht automatisch „problemlos interoperabel“.
Die typischen Probleme (z. B. verschobenes Layout), wenn man zwischen ODF und DOCX wechselt, sind kein Beweis gegen ODF. Das ist schlicht das Ergebnis unterschiedlicher Implementierungen – und der Tatsache, dass DOCX historisch aus einer proprietären Welt kommt. Selbst Hersteller wie SoftMaker zeigen, wie aufwendig es ist, DOCX wirklich sauber umzusetzen. Und dazu trägt sicherlich auch die komplexe und unübersichtliche Dokumentation zu OOXML bei (sind imho tausende von Seiten).

Wenn es um Offenheit und langfristige Nutzbarkeit geht, ist ODF die sauberere Lösung. Je nach Intention und Nutzung hat dies mehr oder weniger Bedeutung für Anwender bzw. Entscheider in der IT, aber die Fakten bleiben halt bestehen.
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