Controller 392 hat geschrieben: 30.03.2026 15:20:28
Ein Dateiformat muss zur Software passen und nicht umgekehrt. Mit DOC und XLX können nicht nur MS-Office, sondern auch Libre-Office, Softmaker u.a. umgehen, ODT und ODS versteht hingegen
ausschließlich Libre-Office. Und es wird garantiert nicht passieren, dass sich sämtliche deutschen Behörden und Unternehmen diesen Schrott auf den Rechner laden. Allein schon nicht, weil man sich mit einer Open-Source-Software leicht Viren einfangen kann.
Solche Beiträge triggern mich – die Aussagen sind schlicht falsch oder verfälscht. Auch MS kann z.B. ODF lesen und schreiben. OpenSource und leicht Viren einfangen ist eine steile These, da fehlt, wenn es einen geben sollte, der Kontext.
ODF (.odt etc.) ist ein offenes Dokumentformat, entstanden Anfang der 2000er bei OASIS auf Basis von OpenOffice. Seit 2006 ist es als ISO/IEC 26300 standardisiert. ODF ist offen spezifiziert (XML-basiert, sauber dokumentiert) und bewusst so aufgebaut, dass keine Herstellerabhängigkeit entsteht.
Ja, DOCX ist ebenfalls standardisiert (ISO/IEC 29500, seit 2008). In der Praxis ist es aber weiterhin stark an die Microsoft-Office-Implementierung gekoppelt. „Standardisiert“ heißt hier eben nicht automatisch „problemlos interoperabel“.
Die typischen Probleme (z. B. verschobenes Layout), wenn man zwischen ODF und DOCX wechselt, sind kein Beweis gegen ODF. Das ist schlicht das Ergebnis unterschiedlicher Implementierungen – und der Tatsache, dass DOCX historisch aus einer proprietären Welt kommt. Selbst Hersteller wie SoftMaker zeigen, wie aufwendig es ist, DOCX wirklich sauber umzusetzen. Und dazu trägt sicherlich auch die komplexe und unübersichtliche Dokumentation zu OOXML bei (sind imho tausende von Seiten).
Wenn es um Offenheit und langfristige Nutzbarkeit geht, ist ODF die sauberere Lösung. Je nach Intention und Nutzung hat dies mehr oder weniger Bedeutung für Anwender bzw. Entscheider in der IT, aber die Fakten bleiben halt bestehen.