Webfonts, WOFF2 und die Fallback-Reihenfolge

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beiti
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Webfonts, WOFF2 und die Fallback-Reihenfolge

Beitrag von beiti » 30.08.2019 19:13:15

Ich habe das Paket "Elegante Headlineschriften", das es mal als Zugabe zu einer neuen SMO-Version gab. Es enthält Webfonts in den Formaten EOT, WOFF und TTF. Zur Frage, welches Format wo gebraucht wird, hatte ich 2015 schon mal einen Thread gestartet. Inzwischen gibt es allerdings ein neues Webfont-Format namens WOFF2.

In der jüngsten Ausgabe der c't (Nr. 18) gibt es einen Artikel zur Verwendung von Webfonts. Der Autor des c't-Artikels empfiehlt, in der CSS-Datei vorrangig das WOFF2-Format einzubetten (weil es dank starker Kompression am platzsparendsten ist) und dann noch als Fallback für den Internet Explorer das EOT-Format. Das "herkömmliche" WOFF-Format sowie das TTF-Format hält der Autor offenbar aus heutiger Sicht für überflüssig.

Mein Schriftenpaket stammt von 2015. Seither haben sich Browser weiterentwickelt. Möglicherweise ist also die von SoftMaker vorgegebene Einbindung nicht mehr ideal. So bin ich etwas unsicher geworden, wie ich mit meinen Webfonts idealerweise verfahren soll - und was davon ggfs. erlaubt ist.
Das Umwandeln von WOFF in WOFF2 dürfte lt. Punkt 6 des Lizenzvertrages schon mal nicht gestattet sein. (Oder bezieht sich das nur auf den Erhalt der Copyright-Information?)
Wäre es dann zumindest erlaubt und technisch sinnvoll, die CSS-Datei dahingehend anzupassen, dass nun vorrangig WOFF und nur als Fallback noch EOT geladen wird, so wie vom Autor des c't-Artikels vorgeschlagen?
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Re: Webfonts, WOFF2 und die Fallback-Reihenfolge

Beitrag von tobiasfichtner » 30.08.2019 20:42:23

Moin,
beiti hat geschrieben:
30.08.2019 19:13:15
Ich habe das Paket "Elegante Headlineschriften", das es mal als Zugabe zu einer neuen SMO-Version gab. Es enthält Webfonts in den Formaten EOT, WOFF und TTF. Zur Frage, welches Format wo gebraucht wird, hatte ich 2015 schon mal einen Thread gestartet. Inzwischen gibt es allerdings ein neues Webfont-Format namens WOFF2.
das Draft ist von 2014, umgesetzt im Januar 2015 in FF35 [1]. Seit langem gibt es WOFF2.

beiti hat geschrieben:
30.08.2019 19:13:15
In der jüngsten Ausgabe der c't (Nr. 18) gibt es einen Artikel zur Verwendung von Webfonts. Der Autor des c't-Artikels empfiehlt, in der CSS-Datei vorrangig das WOFF2-Format einzubetten (weil es dank starker Kompression am platzsparendsten ist) und dann noch als Fallback für den Internet Explorer das EOT-Format. Das "herkömmliche" WOFF-Format sowie das TTF-Format hält der Autor offenbar aus heutiger Sicht für überflüssig.
Der Artikel ist, nach Ihrer Beschreibung, nicht empfehlenswert. Nicht nur dass man bei der c't erst heute von WOFF2 erfahren hat so soll es noch immer unterschiedliche Browser geben (in unterschiedlichen Versionen auf unterschiedlichen Systemen) was den Erhalt der gesamten Schriftpalette zur Steigerung der Kompatibilität rechtfertigt und auch weil der Browser nur nimmt was er umsetzen kann.

beiti hat geschrieben:
30.08.2019 19:13:15
Das Umwandeln von WOFF in WOFF2 dürfte lt. Punkt 6 des Lizenzvertrages schon mal nicht gestattet sein. (Oder bezieht sich das nur auf den Erhalt der Copyright-Information?)
Kann man den Lizenzvertrag öffentlich einsehen? (ist auf der SoftMaker Seite nicht zu finden)

beiti hat geschrieben:
30.08.2019 19:13:15
Wäre es dann zumindest erlaubt und technisch sinnvoll, die CSS-Datei dahingehend anzupassen, dass nun vorrangig WOFF und nur als Fallback noch EOT geladen wird, so wie vom Autor des c't-Artikels vorgeschlagen?
Aus meiner Sicht ist es nicht sinnvoll. Technisch sinnvoll ist aber z. Bsp. die nachstehende Variante in der der Browser das Format nimmt dass er kann, für eine möglichst hohe Kompatibilität. Frei steht Ihnen ob Sie die CSS Datei anpassen. Mangels Lizenzvertrag lässt sich aber nicht sagen ob die Kompression von WOFF nach WOFF2 zulässig ist.

Code: Alles auswählen

@font-face {
    font-family: 'Open Sans';
    src: url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.eot');
    src: local('Open Sans Bold'), local('OpenSans-Bold'),
        url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.eot?#iefix') format('embedded-opentype'),
        url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.woff2') format('woff2'),
        url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.woff') format('woff'),
        url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.ttf') format('truetype'),
        url('/assets/fonts/OpenSans-Bold.svg#OpenSans-Bold') format('svg');
    font-weight: bold;
    font-style: normal;
}

Tobias


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beiti
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Re: Webfonts, WOFF2 und die Fallback-Reihenfolge

Beitrag von beiti » 30.08.2019 21:20:47

Danke erst mal für die ausführlichen Erläuterungen!
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Nicht nur dass man bei der c't erst heute von WOFF2 erfahren hat
Das will ich dem Autor jetzt nicht gerade unterstellen. Er tut eher so, als sei WOFF2 schon lange ganz selbstverständlich und WOFF1 damit obsolet.
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Kann man den Lizenzvertrag öffentlich einsehen? (ist auf der SoftMaker Seite nicht zu finden)
Mein Schriftenpaket gab es nie zu kaufen, nur als Beigabe zum Kauf einer neuen SMO-Version. Aber der Lizenzvertrag für die Webfont-Nutzung ist, soweit ich das sehe, wortgleich mit dem von Webfonts Essentials (der eigentliche Lizenzvertrag beginnt auf Seite 27).

Es liest sich auf den ersten Blick recht eindeutig:
Lizenzvertrag hat geschrieben:6. Es ist Ihnen nicht gestattet, die lizenzierten Webfonts zu bearbeiten oder in andere Formate zu wandeln.
Ich bin mir nur nicht sicher, was mit "andere Formate" gemeint ist und welche Intention dahintersteckt. Wenn man die eigentliche TTF-Schrift unangetastet lässt und sie bloß mit einem anderen Kompressionsverfahren in einen neuen Container packt, weiß ich nicht, ob das schon als anderes Format gilt.
Es wird sich bestimmt noch jemand von SoftMaker dazu äußern, dann herrscht Klarheit.

Vielleicht geht es darum:
Lizenzvertrag hat geschrieben:2. Sie dürfen aus den Schriften oder der mitgelieferten CSS-Datei keine Urhebervermerke entfernen.
Man müsste halt aufpassen, dass man die Urheberrechtsangaben beim Umkopieren in WOFF2 nicht löscht. Aber das wäre ja machbar.

Ich weiß auch noch nicht, wie groß der Gewinn durch WOFF2 am Ende wirklich wäre. In diversen Quellen ist von durchschnittlich 30 % kleineren Dateien die Rede (und sie liegen ja jetzt schon unter 150 kB - je nach Zeichenumfang auch unter 50 kB). Das wird vermutlich erst relevant, wenn man sehr viele Schriftschnitte einbettet und die Seite häufig mobil aufgerufen wird.
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Technisch sinnvoll ist aber z. Bsp. die nachstehende Variante in der der Browser das Format nimmt dass er kann, für eine möglichst hohe Kompatibilität.
So ähnlich sieht die CSS-Vorgabe von SoftMaker jetzt auch schon aus, nur halt ohne WOFF2 und ohne SVG.

Über SVG sagt der Autor des c't-Artikel übrigens, es sei veraltet und werde heute nur noch von Apple Safari unterstützt. Aber da Safari auch andere Formate versteht, brauche man SVG nicht mehr. (Ist im Grunde auch egal, da das SoftMaker-Paket gar keine SVG-Schriften enthält.)
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Re: Webfonts, WOFF2 und die Fallback-Reihenfolge

Beitrag von tobiasfichtner » 30.08.2019 22:53:34

beiti hat geschrieben:
30.08.2019 21:20:47
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Nicht nur dass man bei der c't erst heute von WOFF2 erfahren hat
Das will ich dem Autor jetzt nicht gerade unterstellen. Er tut eher so, als sei WOFF2 schon lange ganz selbstverständlich und WOFF1 damit obsolet.
WOFF2 ist mir selbst auch schon ein paar der Jahre bekannt die es existiert. :D
beiti hat geschrieben:
30.08.2019 21:20:47
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Kann man den Lizenzvertrag öffentlich einsehen? (ist auf der SoftMaker Seite nicht zu finden)
Mein Schriftenpaket gab es nie zu kaufen, nur als Beigabe zum Kauf einer neuen SMO-Version. Aber der Lizenzvertrag für die Webfont-Nutzung ist, soweit ich das sehe, wortgleich mit dem von Webfonts Essentials (der eigentliche Lizenzvertrag beginnt auf Seite 27).

Es liest sich auf den ersten Blick recht eindeutig:
Lizenzvertrag hat geschrieben:6. Es ist Ihnen nicht gestattet, die lizenzierten Webfonts zu bearbeiten oder in andere Formate zu wandeln.
Ich bin mir nur nicht sicher, was mit "andere Formate" gemeint ist und welche Intention dahintersteckt. Wenn man die eigentliche TTF-Schrift unangetastet lässt und sie bloß mit einem anderen Kompressionsverfahren in einen neuen Container packt, weiß ich nicht, ob das schon als anderes Format gilt.
Es wird sich bestimmt noch jemand von SoftMaker dazu äußern, dann herrscht Klarheit.
Das ist schon sehr deutlich wenn es in diesem Wortlaut steht. WOFF und WOFF2 sind unterschiedliche "Formate" im Sinn dessen was ein Datei-Format ist. Also ist konvertieren, wenn auch nur ins neuere WOFF (WOFF2), nicht zulässig.
beiti hat geschrieben:
30.08.2019 21:20:47
Vielleicht geht es darum:
Lizenzvertrag hat geschrieben:2. Sie dürfen aus den Schriften oder der mitgelieferten CSS-Datei keine Urhebervermerke entfernen.
Man müsste halt aufpassen, dass man die Urheberrechtsangaben beim Umkopieren in WOFF2 nicht löscht. Aber das wäre ja machbar.
CSS ist separat zu betrachten, zumal ich auch kein Fremd-CSS einsetzen würde und vor allem keine komplette Schriftsammlung einbetten wenn ich nur ein paar davon brauche. Es steht im Lizenzvertrag nicht drin, dass man die Schriftarten nicht nicht auch einzeln einsetzen kann. Damit Wäre aus meiner Sicht der Copyright Hinweis im CSS obsolet weil nicht die von SM verwendeten CSS-Files verwendet werden sondern eigene verwendet werden.
beiti hat geschrieben:
30.08.2019 21:20:47
Ich weiß auch noch nicht, wie groß der Gewinn durch WOFF2 am Ende wirklich wäre. In diversen Quellen ist von durchschnittlich 30 % kleineren Dateien die Rede (und sie liegen ja jetzt schon unter 150 kB - je nach Zeichenumfang auch unter 50 kB). Das wird vermutlich erst relevant, wenn man sehr viele Schriftschnitte einbettet und die Seite häufig mobil aufgerufen wird.
Das kommt auch mehr als nur auf den Empfänger an :D
Wer 30% weniger Traffic in seinen Schriften haben kann und das merkt hat auch da einen Nutzen ;)
beiti hat geschrieben:
30.08.2019 21:20:47
tobiasfichtner hat geschrieben:
30.08.2019 20:42:23
Technisch sinnvoll ist aber z. Bsp. die nachstehende Variante in der der Browser das Format nimmt dass er kann, für eine möglichst hohe Kompatibilität.
So ähnlich sieht die CSS-Vorgabe von SoftMaker jetzt auch schon aus, nur halt ohne WOFF2 und ohne SVG.

Über SVG sagt der Autor des c't-Artikel übrigens, es sei veraltet und werde heute nur noch von Apple Safari unterstützt. Aber da Safari auch andere Formate versteht, brauche man SVG nicht mehr. (Ist im Grunde auch egal, da das SoftMaker-Paket gar keine SVG-Schriften enthält.)
Im Bezug auf SoftMaker mag SVG egal sein, aber es gibt halt noch immer mehr als FireFox, Safari und Chrome (nicht nur IE & Edge). Und ich mag auch die Vielfalt ohne großen Mehraufwand.


Tobias
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