Typographie: offenes gegen geschlossenes a

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Michael Uplawski
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Typographie: offenes gegen geschlossenes a

Beitrag von Michael Uplawski » 10.04.2018 12:24:10

Holdrio.

Es passiert mir, dass ich Schriften auswähle, weil sie ein geschlossenes a enthalten, also den Buchstaben aus der zweiten Zeile des angehängten PDF.
Dummerweise alternieren manche Fonts zwischen offenen und gechlossenen Varianten, je nachdem, ob der normale- oder der kursive Stil gewählt wird. Das ist auch bei dem ADF-Font Accanthis der Fall, der im PDF eingebettet ist (freie Software http://arkandis.tuxfamily.org).

Gibt es dazu eine allgemeingültige Erklärung?

Danke.

Edit: normal oder regulär oder wie immer.
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Panosis
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Re: Typographie: offenes gegen geschlossenes a

Beitrag von Panosis » 10.04.2018 13:04:00

Kursive ist eine "Laufschrift", wie der Name besagt. Gute Typographie ist es daher, dass sich die Kursive stärker an der Handschrift, eben der Kursive, orientiert, daher sollten Kursiven immer das "geschlossene" a enthalten. So sagen es jedenfalls die bedeutendsten Typographen.

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Michael Uplawski
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Re: Typographie: offenes gegen geschlossenes a

Beitrag von Michael Uplawski » 10.04.2018 17:30:24

Panosis hat geschrieben:
10.04.2018 13:04:00
Gute Typographie ist es daher, dass sich die Kursive stärker an der Handschrift, eben der Kursive, orientiert, daher sollten Kursiven immer das "geschlossene" a enthalten. So sagen es jedenfalls die bedeutendsten Typographen.
Danke!
Das ist lustig. Denn wenn ich mir die „Eleganten Handschriften” anschaue, lehnen sich die wohl weniger an die Handschrift an... :-o
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Jossi
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Re: Typographie: offenes gegen geschlossenes a

Beitrag von Jossi » 10.04.2018 21:01:13

Michael Uplawski hat geschrieben:
10.04.2018 17:30:24
Das ist lustig. Denn wenn ich mir die „Eleganten Handschriften” anschaue, lehnen sich die wohl weniger an die Handschrift an... :-o
Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen. In der Sammlung „Elegante Handschriften“ von SoftMaker haben alle Schriften das einstöckige (geschlossene) a, mit Ausnahme der „Danielle“ (die generell nicht sonderlich gelungen ist).
Man muss da historisch differenzieren: Bei gebrochenen Schriften stellt sich das Problem gar nicht erst, weil die überhaupt keine Kursive kennen. In den klassischen Antiqua-Schriften ist die Kursive ein eigenständiger Schriftschnitt, der zwar harmonisch auf die Grundschrift abgestimmt ist, aber nicht einfach sklavisch deren Formen übernimmt. Und da ist es aus den von Panosis genannten Gründen in praktisch allen Fällen so, dass die Grundschrift das zweistöckige (offene) a hat und die Kursive das geschlossene. Erst mit der Entwicklung serifenloser Schriften seit Anfang des 20. Jahrhunderts kam es einerseits dazu, dass auch Grundschriften mit geschlossenem a entworfen wurden, und andererseits dazu, dass die kursiven Schriftschnitte direkt aus der Grundschrift abgeleitet wurden und deren Formen übernahmen. Auch da blieb ein kursives offenes a aber die Ausnahme. So überraschend das auf den ersten Blick erscheinen mag: Gleiche a-Formen in Grundschrift und Kursive sind nicht das Ursprüngliche, sondern vielmehr eine erst spät auftretende Variante.

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Re: Typographie: offenes gegen geschlossenes a

Beitrag von Michael Uplawski » 11.04.2018 19:15:37

Jossi hat geschrieben:
10.04.2018 21:01:13
Michael Uplawski hat geschrieben:
10.04.2018 17:30:24
Das ist lustig. Denn wenn ich mir die „Eleganten Handschriften” anschaue, lehnen sich die wohl weniger an die Handschrift an... :-o
Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen. In der Sammlung „Elegante Handschriften“ von SoftMaker haben alle Schriften das einstöckige (geschlossene) a, mit Ausnahme der „Danielle“ (die generell nicht sonderlich gelungen ist).
Du hast recht.
Ich habe zu viele Schriftensammlungen auf einmal expandiert und dann verwechselt. :oops:
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